Two Feathers

Roman von Rüdiger Lehmann

Im Entstehen

Two Feathers ist der Name eines Kriegers vom Stamm der Choctaw Indianer. Als bei seiner Geburt zwei Adlerfedern herabschweben, steckt der Vater des Buben sie in dessen Medizinbeutel. Dieser war bei den Indianern Nord- und Mittelamerikas ein Aufbewahrungsort für heilige Gegenstände, die einer Person auf einer Visionssuche offenbart wurden. Meist wurde er direkt nach der Geburt dem Neugeborenen umgehängt und im Laufe des Lebens weiter gefüllt. Bei vielen Stämmen galt der Medizinbeutel als das heiligste Gut eines Menschen und man verlor sein Glück, wenn man ihn verlor.

Two Feathers erweist sich als talentierter Handwerker, künstlerisch begabt und wissbegierig. Nächtelang lauscht er den Geschichten des Medizinmannes und nachdem er bei einem weißen Jäger und Fallensteller das Lesen und Schreiben gelernt hat, beginnt er damit, die Geschichten aufzuschreiben. Doch es sind auch Zeiten des Krieges. Und um ein Mann zu sein, muss er den tapferen Weg des Kriegers gehen, der ihn viele Male an die Schwelle des Totenreichs bringt. Mit Visionen und Träumen, Ängsten und Hoffnungen.

Im Jahr 1847, mitten in der großen Hungersnot in Irland, sammeln die Choctaw Indianer Geld für die hungernden irischen Menschen. Two Feathers gehört einer Gruppe von Freiwilligen an, die nach dort entsandt werden um Hilfe zu leisten. In einem kleinen Ort an der irischen Küste verändert eine Begegnung mit der irischen Schriftstellerin Sally O’Brian sein Leben. Ihre Romane, die teilweise im Westen der USA spielen, offenbaren sich ihm gefüllt mit Ereignissen, Vorstellungen und Halluzinationen, die er fast genauso erlebt hat. Es entwickelt sich eine tiefe Liebe zwischen beiden. Der Indianer hat seine zweite Feder gefunden. Nach ihrer Trauung nimmt er den Namen Gideon ‚Two Feathers‘ O’Brien an und beide gehen zurück ins Land seiner Vorfahren. Bis heute gelten Gideon und Sally O’Brian als das faszinierendste Autoren Paar im Amerika des 19. Jahrhunderts.

Fotos: pixabay